Zeitschichten

Zeitschichten ist einerseits eine Visualisierung der dynamischen Entwicklung des Ruhrgebiets und andererseits ein ortsbezogenes Nachschlagewerk für seine prägenden historischen Elemente.

Das Ruhrgebiet hat sich in den letzten hundert Jahren dramatisch verändert und zu einer Region auf der Schwelle zur Metropole entwickelt. Im Kulturhauptstadt-Jahr ist nicht nur deutlich geworden, was die Menschen im Revier verbindet (Stillleben A40) sondern auch deren großes Interesse an den Wurzeln unserer ganz besonderen Geschichte (Schachtzeichen) und unserer Wandlungsfähigkeit (Kulturgebiet, Strukturwandel).

Ausgangspunkt für Zeitschichten ist der immer wieder geäußerte Wunsch zu erfahren, was es an einem bestimmten Ort im Laufe der Jahrzehnte alles gegeben hat. Das kann durchaus eine Entwicklung von der Schürfstelle über eine kleine Stollenzeche mit anschließender Tiefbau-Schachtanlage und einem Stahlwerk bis hin zum HighTech-Park oder Freizeit-Center sein. Diese Geschichte hat die Menschen des Reviers geprägt, den Orten sieht man sie oft nicht mehr an. Der Brunnen im Vorgarten kann durchaus ein alter abgesoffener Wetterschacht sein. Wer weiß?

Versucht man z.B. etwas über das eigene Wohngebiet zu erfahren, stößt man auf Namen von Schachtanlagen ohne genaue Lagebeschreibung. Zwar ist es möglich, in der vielfältigen Literatur Näheres zu recherchieren, und auch Archive sind eine reiche Fundgrube, aber das ist mühselig und bezieht sich bestenfalls auf einen bekannten Ort, oder Zechen-Namen.

An dieser Stelle soll Zeitschichten ansetzen, denn Zeitschichten wird ein interaktives, wachsendes Nachschlagewerk:

Jedes Jahr hat eine eigene Zeitschicht, die aus mehreren Ebenen besteht
"Unterlage" aller Zeitschichten ist die aktuelle Kontur des Ruhrgebietes. Darüber liegen die Ebenen für die Themenbereiche

Wohnbebauung
Industrie, Bergbau, Gewerbebebauung
Grünflächen, Landwirtschaft
Gewässer
Autobahnen
Kultur, Freizeit, Technologie

Bei einem Durchlauf durch die Zeitschichten kann die sich wandelnde Flächennutzung genauso visualisiert werden, wie die Entwicklung und Wanderung des Bergbaus und der Schwerindustrie hin zu Kulturstätten, Technologiezentren und Freizeitparks. Stets kann man die aktuelle Karte transparent über die Ebenen legen und so den Bezug zur Historie eines Ortes herstellen. Z.B. taucht eine Zeche nur solange auf den Schichten auf, wie sie tatsächlich existierte. Vorher kann es dort Streubebauung und landwirtschaftliche Nutzung gegeben haben, danach eine Autofabrik.

Auf der Suche nach der Vergangenheit eines Ortes ist man ja bisher weitgehend auf die Kenntnis der Namen ehemaliger Zechen und Fabriken angewiesen und muß deren tatsächliche Lage mühsam ermitteln, denn die Zahl der Menschen, die noch berichten können, daß z.B. unter der Rampe der Koster Brücke in Bochum mehrere überbaute Stolleneingänge liegen, schwindet naturgemäß.

Arbeitsgrundlage für Zeitschichten sind zunächst Karten der Bezirksregierungen (Vermessungsämter), Verbände und Archive. Im nächsten Schritt sollen online auf der Zeitschichten-Seite Daten und Informationen gesammelt werden, indem Nutzer Markierungen mit Kommentaren (z.B. zu Bergwerken) in der aktuellen Karte setzen, ähnlich Ortsmarken in Google Earth. Diese werden nach Überprüfung ggf. in die Zeitschichten übernommen. In den Aufbau von Zeitschichten sollen des Weiteren Schulen, Hochschulen, Verbände und Wirtschaft eingebunden werden. Gerade die Letzteren haben in Zeitschichten die Möglichkeit, durch Linksetzung ihren regionalen Bezug und ihre Zukunftsorientierung hervorzuheben, indem sie ihre Entwicklung dokumentieren.

Zeitschichten kann die Neugier der Menschen an ihrer Region wecken und befriedigen, ein didaktisches Werkzeug für Schulen sein und Unternehmen, Kommunen sowie Verbänden ein Präsentationsmedium werden.

Zeitschichten soll damit zur Identifikation mit der Region beitragen und ein Beleg für die Kraft und Zukunftsorientierung der Menschen und Wirtschaft im Revier sein.
Zeitschichten soll auch eine künstlerisch ambitionierte Animation werden, welche die pulsierende Dynamik des Ruhrgebietes grafisch stilisiert erlebbar macht. Dem Herzschlag der Region gleich.

Ich gehe zunächst von 100 Zeitschichten seit 1910 aus, die in einheitlicher Darstellung die zu einem Bild zusammengefassten Themenebenen enthalten. Bei einer Geschwindigkeit von 25 Bildern pro Sekunde, ergibt das einen Zeitraffer-Durchlauf von 4 Sekunden. Diese Sequenz kann vielfältig eingesetzt werden. Als Projektion, Bildschirmschoner, Icon auf Internetseiten und Email-Briefköpfen und –Visitenkarten. Anklicken führt zu der Seite von Zeitschichten und damit zu den Links der Eintragungen.

Für die Entwicklung und den Aufbau von Zeitschichten suche ich Mitstreiter.

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